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Fehlender Weitblick

Leserbrief zu der Pressemitteilung: "Elektrifizierung Hochrheinstrecke"

Zuerst möchte ich den Veranstalter für die sehr gelungene Informationsveranstaltung zum Thema "Elektrifizierung der Hochrheinstrecke" danken. Der Live-Stream sowohl am 15. wie am 16. Juni war hervorragend. Durch meine gute Internetverbindung konnte ich den Beiträgen aufmerksam folgen. Die Informationen waren sehr aufschlussreich. Vielleicht sollte man dies in Zukunft beibehalten, um mehr Interessierten die Möglichkeit zu bieten, an solchen Veranstaltungen teilzunehmen. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit im Vorfeld und während des Live-Streams Fragen zu stellen. Dies ist zukunftsweisend und stellt einen wichtigen Bestandteil der Bürgerbeteiligung dar.

Bemerkenswert ist, dass unsere Vorfahren bereits im 19. Jahrhundert am Hochrhein eine zweigleisige Strecke geplant hatten. Auch wenn die Tunnel nicht mehr ganz den heutigen Anforderungen entsprechen, muss man den Verantwortlichen der damaligen Zeit hohe Bewunderung entgegen bringen, dass sie so viel Weitsicht hatten.

Deshalb ist es mir als Ingenieur unverständlich, dass man für den Aarbergtunnel eine billige Variante plant, in dem man das Gleis in die Mitte verlegt, um die Absenkung des Gleisbetts wegen des zu installierenden Fahrdrahts zu minimieren. Wäre es langfristig gesehen nicht wesentlich günstiger, gleich zweigleisig zu planen und zu bauen?

Wenn dieser Abschnitt zukünftig einmal auf zwei Gleise erweitert werden soll, müsste dann die jetzt geplante Variante komplett zurückgebaut werden. Dies bedeutet, dass man nochmals von neuem beginnen müsste, was wiederum die Kosten hierfür in die Höhe treibt. Folglich wäre eine erneute Finanzierung nur schwer zu erreichen.

Technische Lösungen sollten bei solch großen Projekten in meinen Augen zukunftsorientiert gestaltet werden, so dass man zukünftig nahtlos anschließen kann. Auch wenn man nicht alles gleich zweigleisig umsetzen möchte oder kann. Wäre es nicht sinnvoller mindestens bis Lauchringen zweigleisig zu bauen, um diese aufstrebende Metropole besser an den westlichen Landkreis anzubinden?

Besonders im Hinblick auf den Anschluss der Ostschweiz an unsere Region ist mit verstärktem Passagieraufkommen zu rechnen. Wäre es nicht sinnvoller, wenn sich unser Landrat und die verantwortlichen Mandatsträger unserer Region für einen weiteren Zuschuss stark machen würden, in dem man aufzeigt, dass man mit der derzeitigen Variante auf dem eingleisigen Abschnitt in Zukunft mit nicht unerheblichen Folgekosten rechnen muss, die wiederum einem weiteren zweigleisigen Ausbau entgegenstehen würden.

Ich kann dem Landrat nur empfehlen, sich schon heute mit der Weiterfinanzierung des zweigleisigen Ausbaus zu beschäftigen, um dieses Nadelöhr auf Dauer zu beseitigen. Da bekanntlich öffentliche Projekte in dieser Größenordnung mehrere Jahrzehnte dauern, bis sie von der Planung zur Realisierung gebracht werden.

Meine Bewunderung gilt der Weitsichtigkeit unserer Vorfahren, die bei der Hochrheinbahn ans Werk gingen. Diese Fähigkeit scheint verloren gegangen zu sein, obwohl man auch heute für zukünftige Generationen Grundsteine legen und Perspektiven aufzeigen muss.

Mit freundlichen Grüßen
Kilian Kronimus


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