Klotzen statt Kleckern

Leserbrief zu den Pressemitteilungen: "Ausbau der Hochrheinstrecke"

Wenn man die Artikel in ihrer Zeitung in der letzten Zeit liest, wie die Planungen zum Ausbau der Hochrheinstrecke halbherzig in Angriff genommen werden sollen, muss man sich schon fragen, ob hier wirklich Experten am Werk sind oder der Rotstift schon regieren soll.

Die Elektrifizierung der Hochrheinbahn ohne durchgehendes zweites Gleis zu planen ist geradezu grotesk. Hier soll ein Flaschenhals bei behalten werden, der nur für neuen Ärger sorgen wird. Die zwei neuen Kreuzungsstellen in Lauchringen und in Tiengen können nicht für eine höhere Kapazität und einen reibungslosen Ablauf sorgen. Sobald Verspätungen in einer Richtungen auftreten, übertragen sich diese an den Kreuzungen in die Gegenrichtung, weil der entgegenkommende Zug warten muss. Die leidige Verspätungsquelle, weil auch der Regionalexpress die Schaffhauser S-Bahn nicht überholen kann, wird zementiert und wird sich auswirken, wie wir es heute schon erleben.

Es muss einen halbstündigen IRE geben - auch auf Wunsch unserer Schweizer Nachbarn. Daraus folgt, dass es dann keine durchgängigen Züge mehr von Säckingen über Murg, Laufenburg, Albbruck, Dogern, nach Tiengen und Lauchringen geben wird. Stattdessen könnten die Züge nur nach Koblenz weiterfahren und müssten Tiengen und Lauchringen links liegen lassen. Haben wir das gewollt?

Wenn das neue Kreiskrankenhaus in Albbruck in Betrieb ist, müssen Patienten und Besucher auch mit der Bahn anreisen können, deshalb dürfen die östlichen Bewohner nicht ausgegrenzt und abgeschnitten. Ein IRE-Halt in Albbruck ist unverzichtbar. Die Wutachtalbahn muss als Zubringer ertüchtigt werden. Eine Anreise mit Bus wäre für Patienten und ihren Angehörigen aus dem östlichen Landkreis auf der staugeplagten Strecke eine Zumutung. Barrierefreie und behindertengerechten Bahnhöfe müssen zum Konzept dazugehören.

Die Elektrifizierung muss so schnell wie möglich kommen! Jeder Bahnfahrer weiß, dass diese fehlkonstruierten, aufgepeppten, vor der Verschrottung geretteten Triebwagen, die jetzt im Einsatz sind, unverzüglich abgelöst werden müssen. Das rechtfertigt jedoch nicht, dass man einen Engpass beibehält, der nur einen Ramschfahrplan zulässt.

Leider zeigen die Regierenden und die Bahn mit ihrer Verzögerungstaktik nur ihre Unfähigkeit auf jetzt zu handeln. Wir brauchen jetzt eine leistungsstarke, zuverlässige Bahn, um das tägliche Verkehrschaos am Hochrhein zu mildern.

Der Klimawandel schreitet mit großen Schritten voran, der Schwarzwald stirbt, die Umweltschäden werden in die Milliarden gehen und die Verantwortlichen sehen sich außer Stande zukunftsorientiert und nachhaltig zu handeln.

Mit freundlichen Grüßen
Kilian Kronimus


Stellungnahme zur Etappe 2 der Schweizer Standortsuche eines Atommüllendlagers

Der ÖDP-Kreisverband Waldshut hat Bedenken gegen ein Atommüllendlager im Deutsch-Schweizer Grenzgebiet geäußert und an der Anhörung beteiligt. Übrigens als erste Partei der Region!

ÖDP Waldshut gegen Atommüllendlager-Pläne der Schweiz

Der ÖDP-Kreisverband Waldshut legt als erste politische Partei vom Hochrhein sein Veto gegen die geplanten Standorte für ein Schweizer Atommüllendlager ein. In einem Schreiben an das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit Berlin (kurz BfE) legt der Kreisverband die Ängste und Sorgen vieler Bürger auf deutscher Seite dar.

„Obwohl es sich beim Anhörungsverfahren eher um eine Schein-Beteiligung der Bürger handelt, sehen wir es als unsre Pflicht an, unsere Gegenargumente darzulegen!“ so Kilian Kronimus, ÖDP-Kreisvorsitzender.

Ein Hauptargument gegen die Lagerorte ist die geologische Beschaffenheit. In Deutschland gilt Ton als Gestein zum Einlagern dieser Abfälle als nicht geeignet. Die Schweizer haben sich ausschließlich auf dieses Gestein festgelegt. Alle Lagerstandorte befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Rhein und zum Rheingraben. Hier werden ständig Erdbeben gemessen. Im benachbarten Kanton Aargau werden schon genug kerntechnische Anlagen betrieben. Die Region ist deshalb schon jetzt einem hohen Supergau-Risiko ausgesetzt.

Der Tourismus der gesamten Hochrhein- und Südschwarzwald-Region würde durch ein Endlager auf Schweizer Seite erheblich leiden. Und nichts hält ewig, auch kein Endlager. Wie in Asse und anderen Lagern besteht das Risiko, die Abfälle wieder zurückholen zu müssen. Auch dieser Fakt wird aus Sicht der ÖPD viel zu wenig Beachtung.

Solange es kein handfestes Ausstiegsszenario mit Umstieg auf erneuerbare Energien unter Beachtung der Versorgungssicherheit gibt, ist der Konflikt um die Risiken der Atomkraft nicht befriedet.

Wir fordern alle Bürger dazu auf, Ihre Bedenken schriftlich dem BfE mitzuteilen und den beiden Veranstaltungen in Hohentengen (09.01.) und in Tiengen (30.01.) teilzunehmen!

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