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Es ist schon ein Armutszeugnis für unsere Region, wenn man still und heimlich akzeptiert, dass man ein Stück Lebensqualität weg genommen bekommt. Aber erschreckender ist der Zustand unserer Demokratie. Fernab von den Betroffenen wird entschieden, dass der Bahnhof Altenburg von der Bildfläche verschwindet, und jeder fügt sich dem Schicksal, als wäre dies das Normalste der Welt.
Es ist verständlich, wenn die SBB auf deutschem Staatsgebiet Kosten einsparen möchte. Es ist aber ein Armutszeugnis deutscher Behörden und Politiker in Regierungsverantwortung so etwas zuzulassen. Der deutsche Staat hat dafür zu sorgen, dass die Infrastruktur ausgebaut und nicht abgebaut wird, dies ist insbesondere für den Schienenverkehr wichtig.
Nach einer Untersuchung der Organisation „Allianz pro Schiene“ und des Beratungsunternehmens SCI Verkehr geht Deutschland einen nationalen Sonderweg und droht, den internationalen Anschluss zu verpassen. Die Pro-Kopf-Investition in die Schieneninfrastruktur ist in den großen europäischen Industrieländern merklich höher als in Deutschland. So gibt die Schweiz 284 Euro pro Kopf und Deutschland nur 47 Euro pro Kopf aus.
Der öffentliche Nahverkehr muss attraktiv bleiben. Die Schiene ist der Straße zu bevorzugen und dies gilt insbesondere für die Strecke Zürich-Schaffhausen. Der ländliche Raum darf nicht abgehängt werden. Aus Kostengründen kann man alles fordern, aber der deutsche Staat darf hier bei der SBB nicht klein beigeben.
Für Prestigebauten wie Stuttgart 21 und die Messe auf den Fildern hat man Milliarden übrig. Für den längst überfälligen Tunnel bei Grimmelshofen fehlt nicht das Geld, sondern der Wille.
Zu Wahlkampfzeiten pilgern die Spitzenpolitiker durch’s Ländle und propagieren ihre Bürgernähe. Nach der Wahl leiden sie an Gedächnisverlust.
Endlich soll die Hochrheinstrecke elektrifiziert werden, was die Ökologisch-Demokratische Partei seit langem fordert. Somit rückt der S-Bahn-Verkehr am Hochrhein in greifbare Nähe.